93,43 % der Top-10.000-Websites setzen weiterhin auf First-Party-Tracking-Cookies – trotz aller Diskussionen über eine cookielose Zukunft und Datenschutzrevolutionen.[4]

Drittanbieter-Cookies sollten eigentlich 2024 aus Chrome verschwinden. Stattdessen hat Google umgeschwenkt: Chrome-Nutzer müssen nun ihre Tracking-Präferenzen selbst festlegen, während Safari und Firefox, die zusammen 17 % bis 20 % des weltweiten Web-Traffics abdecken, Drittanbieter-Cookies weiterhin standardmäßig blockieren.[1][2] Was einst eine technische Entscheidung war, ist heute ein globales Tauziehen um Datenschutz.

93,43%
der Top-Websites nutzen First-Party-Cookies

Die Daten zeigen: Die meisten Tracking-Cookies sind weiterhin First-Party

First-Party-Cookies bleiben das Rückgrat von Digital Analytics und Nutzersitzungen. 2026 ergab eine Studie, dass 93,43 % der Top-10.000-Websites First-Party-Tracking-Cookies einsetzen – mit Google, Facebook und TikTok als häufigste Vertreter.[4] Nicht alle Cookies sind Datenschutz-Sünder: First-Party-Cookies sind essenziell für Logins und Warenkörbe. Der Haken? Auch sie sind inzwischen in neue Datenschutzregeln verwickelt. Die praktische Konsequenz: Überprüfen Sie, wie Ihre Website First-Party-Cookies nutzt, und informieren Sie die Nutzer klar und transparent. Die nächste Datenschutzwelle wird Intransparenz ins Visier nehmen, nicht technische Details.

⚠️
Häufiger Fehler: Zu glauben, dass alle Cookies gleich invasiv sind. First-Party-Cookies sind für die Kernfunktionalität einer Website unerlässlich und in der Regel weniger eingreifend als Third-Party-Cookies.
Illustration of first-party tracking cookies highlighting personal cybersecurity and online privacy protection

Viele liegen falsch: Drittanbieter-Cookies sind nicht für alle verschwunden

Googles Ankündigung im Juli 2024, Third-Party-Cookies in Chrome beizubehalten, hat die Branche überrascht. Während Safari und Firefox sie standardmäßig blockieren, bleibt Chrome die Ausnahme und deckt den Großteil des weltweiten Surfens ab.[1][2] Joe Root, CEO von Permutive, bringt es auf den Punkt: „70 % des Internets haben keine Third-Party-Cookies mehr. Google kann etwas ändern, aber etwa 40 % der [Chrome-Nutzer] haben Cookies ohnehin schon deaktiviert.“[1] Wer dachte, die cookielose Zukunft sei schon da, sollte noch einmal hinschauen. Für Nutzer und Unternehmen bedeutet das vor allem: Fragmentierung. Die sofortige Maßnahme: Prüfen Sie, welche Browser Ihre Zielgruppe nutzt, und passen Sie Ihre Tracking-Strategie entsprechend an.

„70 % des Internets haben keine Third-Party-Cookies mehr. Google kann etwas ändern, aber etwa 40 % der [Chrome-Nutzer] haben Cookies ohnehin schon deaktiviert.“ — Joe Root, CEO, Permutive [1]

Advertisement

→ Siehe auch: Wie verstecke ich meine persönlichen Daten online: Expertenrat für 2026

Die Wirkung von Adblockern ist unübersehbar: Clientseitige Cookies verlieren an Bedeutung

Adblocker und Anti-Tracking-Browser-Erweiterungen unterbrechen das Cookie-basierte Tracking. Sie blockieren Skripte, löschen Cookies und sorgen für Lücken in Analytics- und Attributionsberichten.[3] Das Ergebnis: Datenlücken, unzuverlässiges Conversion-Tracking und frustrierte Marketer. Wenn 50 % oder mehr der Nutzer Werbe-Cookies ablehnen – ein Wert, der unter DSGVO und CCPA immer wieder erreicht wird – hilft auch kein technischer Trick mehr.[3] Die Konsequenz: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Cookies als Tracking-Quelle. Serverseitiges Tracking und cookielose Analytics-Plattformen werden zu praktikablen Alternativen.

💡
Profi-Tipp: Wenn Ihre Attributionsdaten voller Lücken sind, prüfen Sie auf Adblocker und denken Sie über hybride Tracking-Setups nach, die serverseitige und cookielose Analytics kombinieren.
Illustration of third-party cookies misconception in personal cybersecurity awareness

Serverseitiges Tracking gewinnt an Bedeutung – ist aber kein Datenschutz-Allheilmittel

Serverseitiges Tracking verlagert die Datenerfassung vom Browser auf den eigenen Server der Website.[5] Damit werden Adblocker umgangen und Sie behalten die volle Kontrolle darüber, was an Dritte gesendet wird. Die Akzeptanz steigt, weil serverseitige Setups viele clientseitige Einschränkungen umgehen. Aber: Serverseitiges Tracking hebt Datenschutzpflichten nicht einfach auf. Die Datenerhebung findet weiterhin statt und muss Gesetze wie die DSGVO erfüllen. Serverseitiges Tracking ist kein Freifahrtschein – nutzen Sie es zur Kontrolle, aber prüfen Sie Ihr Setup auf Konformität und Transparenz.

Cookielose Analytics-Plattformen wie Matomo, Plausible und Fathom sind Vorreiter

Eine neue Generation von Analytics-Plattformen kommt ganz ohne Cookies aus. Matomo, Plausible und Fathom sind die bekanntesten Namen und bieten alle datenschutzfreundliches, DSGVO-konformes Tracking.[7] Matomo überzeugt durch Funktionsvielfalt – ähnlich wie Google Analytics, aber selbst gehostet und mit Datenschutzfokus. Plausible und Fathom setzen auf Einfachheit, konzentrieren sich auf das Wesentliche und sind standardmäßig konform. Die praktische Empfehlung: Wenn Datenschutz und regulatorisches Risiko Priorität haben, prüfen Sie diese Plattformen. Sie umgehen die meisten Consent-Probleme und stärken das Nutzervertrauen.

💡
Profi-Tipp: Der Wechsel zu einer cookielosen Analytics-Plattform kann den Compliance-Prozess vereinfachen und den Bedarf an aufdringlichen Cookie-Bannern reduzieren.
Illustration of ad blockers reducing client-side cookie effectiveness in personal cybersecurity.
Advertisement

→ Siehe auch: Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verständnis des Digital Footprint für Anfänger

Browser-Fingerprinting ist ein Datenschutz-Minenfeld, keine Wunderwaffe

Browser-Fingerprinting identifiziert Nutzer, indem Informationen über Gerät, Browser und Verhalten kombiniert werden.[6] Es wird als Cookie-Alternative vermarktet, wirft aber massive Datenschutzbedenken auf. Nutzer können seitenübergreifend ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung verfolgt werden – ein klarer Widerspruch zu Privacy-by-Design. Es gibt Anti-Fingerprinting-Tools, und neue Browser werden immer besser darin, Geräteinformationen zu verbergen. Wer Fingerprinting heimlich einsetzt, riskiert Gegenwind und ein PR-Desaster. Nachhaltig ist nur Transparenz und Einwilligung, nicht Heimlichkeit.

Neue Tracking-Lösungen wie Utiq und DigitalFingerprint verändern das Spielfeld

Unternehmen entwickeln Tracking auf Netzwerk- und ISP-Ebene, wie Utiq, oder setzen auf alternative Identifikation wie die Methoden von DigitalFingerprint.[8] Utiq trackt direkt beim Internetanbieter und umgeht so Browser-Kontrollen, während DigitalFingerprint sich auf Betrugsprävention und Besucheridentifikation ohne Cookies konzentriert.[8] Diese Innovationen versprechen mehr Zuverlässigkeit und bessere Datenschutz-Compliance, sind aber noch neu und bringen eigene Diskussionen über Transparenz und Nutzerkontrolle mit sich. Fazit: Wer seine Analytics zukunftssicher machen will, sollte diese Modelle beobachten – aber genau prüfen, wie sie Nutzen und Datenschutz ausbalancieren.

Unter 50%
Zustimmungsraten für Werbe-Cookies (DSGVO/CCPA-Regionen)

Vergleichstabelle: Cookielose Analytics und Tracking-Alternativen

ToolCookie-NutzungCompliance
MatomoOptional (kann cookielos betrieben werden)Standardmäßig DSGVO-konform
PlausibleKeine CookiesStandardmäßig DSGVO-konform
FathomKeine CookiesStandardmäßig DSGVO-konform
UtiqKeine Browser-Cookies (Tracking auf ISP-Ebene)Datenschutzfokus
DigitalFingerprintKeine CookiesFokus auf Betrugsprävention
Advertisement

→ Siehe auch: Wie können wir Online-Betrug und Phishing-Attacken vermeiden

FAQ: Alternativen zu Cookies für das Tracking 2026

Was sind die wichtigsten Alternativen zu Cookies für das Tracking?
Die wichtigsten Alternativen sind serverseitiges Tracking, cookielose Analytics-Plattformen wie Matomo, Plausible und Fathom, Browser-Fingerprinting sowie neue ISP-basierte Lösungen wie Utiq.
Sind cookielose Analytics-Tools DSGVO-konform?
Plattformen wie Matomo, Plausible und Fathom sind standardmäßig DSGVO-konform und arbeiten ohne Cookies, was das rechtliche Risiko reduziert und die Einwilligungspflicht vereinfacht.
Garantiert serverseitiges Tracking Datenschutz für Nutzer?
Nein, serverseitiges Tracking garantiert keinen Datenschutz. Die Datenerhebung findet weiterhin statt und muss transparent sowie DSGVO-konform erfolgen.
Ist Browser-Fingerprinting ein sicherer Ersatz für Cookies?
Browser-Fingerprinting ist kein sicherer oder datenschutzfreundlicher Ersatz. Es kann Nutzer ohne Einwilligung verfolgen und wird von Datenschützern und Behörden kritisch gesehen.

Ausblick für 2026

Alternativen zu Cookies beim Tracking sind keine cleveren technischen Umgehungen – sie sind ein Test dafür, ob Unternehmen sich an eine Welt anpassen können, in der Nutzer Würde und Kontrolle erwarten. Cookielose Analytics, serverseitige Setups und neue Modelle wie Utiq sind Fortschritte, aber sie helfen nicht, wenn Datenschutz nur als Pflichtübung gesehen wird. Langfristig funktioniert nur Transparenz. Die stärksten Beziehungen beginnen mit Vertrauen, nicht mit Skripten im Schatten.

Quellen

  1. axios.com/2024/07/22/google-chrome-keeps-cookie-policy
  2. arktis.so/learning-hub/cookieless-tracking-solutions
  3. flowconsent.com/en/blog/cookieless-tracking-alternatives-limits
  4. arxiv.org/abs/2208.12370
  5. cometly.com/post/cookie-based-tracking-alternatives
  6. en.wikipedia.org/wiki/Third-party_cookies
  7. webnestify.cloud/insights/open-source-solutions/ditch-google-analytics-foss-privacy-alte…
  8. arxiv.org/abs/2405.09205
  9. digitalfingerprintjs.com/blog/why-cookies-are-dead
Marcus Webb
Marcus Webb
Fachautor

Mit jahrelanger Erfahrung in Personal Cybersecurity by Marcus Webb teile ich praktische Einblicke, ehrliche Bewertungen und Expertenleitfäden, um Ihnen bei fundierten Entscheidungen zu helfen.

Kommentare 0

Seien Sie der Erste, der kommentiert!